Nur wer sich selbst führt, kann andere führen

Newsletter 02.06.2016

Wer sich gut führt, kann andere gut führen.

Der Begriff "Selbstführung" taucht plötzlich prominent als Thema bei Führungskursen auf. Das Bedürfnis nach Reflexion wächst schleichend, oftmals unbemerkt, indem der Bedarf nach Ausgleich zunimmt.  

Während sich die einen in Spitzensport stürzen, nimmt bei den anderen der Alkohol- und Drogenkonsum zu. Langsam entfremdet man sich von der eigenen Familie, Ehe- und Familienprobleme tauchen auf. Die Frau geht in die Therapie, ein Sohn in die Suchtberatung. Und noch immer sind wir uns der eigenen Wirkung nicht bewusst, verstehen nicht, was eigentlich passiert. Früher oder später kommt es zum Eklat. Die Scheidung, der Burnout, der Zusammenbruch: der Körper findet immer einen Weg, sich zu wehren. Eine Sinnkrise kann dazu kommen.

Es braucht Mut, sich der eigenen Situation bewusst zu werden, sie zu reflektieren und sich lange verdrängten Fragen zu stellen:
- Wer bin ich eigentlich?
- Was ist mir wichtig?
- Was sind meine eigenen Treiber und wo blockiere ich mich selbst?

Kaum eine Führungskraft kann ihr Potenzial nutzen, ohne sich diese Fragen gestellt und für sich stimmige Antworten gefunden zu haben. Mut zeigt sich darin, eigene Überzeugungen zu leben und Beharrlichkeit beim Verfolgen der eigenen Ziele an den Tag zu legen.

Mut bedeutet aber auch, Selbstverständlichkeiten und Routinen zu hinterfragen, Neues auszuprobieren und damit das Risiko der Verletzlichkeit einzugehen. Verletzlichkeit bedeutet, sich der eigenen Grenzen bewusst zu werden und sie zu akzeptieren. wir wollen sie ausdehnen.

Fragen können hilfreich sein, Echtheit im Tun und Handeln zu fördern. Fragen zur Stärkung der eigenen Echtheit:
- Was will ich wirklich?
- Was brauche ich dafür?
- Wo blockiere ich durch mein Verhalten mehr, als dass ich ermögliche?
- Was kann ich tun, um echt glaubwürdig zu werden?

So werden wir uns bewusst, was wir mit unserem Verhalten wirklich bewirken. Wir verstehen nun, was wir tun, und können fortan wählen, anders zu handeln oder etwas ganz sein zu lassen. Dadurch können wir uns der eigenen Identität Schritt für Schritt nähern, ohne den eigenen Machtanspruch aufzugeben und uns der Gefahr der Verletzbarkeit auszusetzen. Wir werden achtsam und erkennen Dinge, die uns bislang verborgen geblieben sind. Zusammenhänge, die für den Unternehmenserfolg wesentlich sind. Wir fragen mehr und sagen weniger. Wir beobachten. Wir hören anders zu in Meetings. Wir konzentrieren uns zunehmend auf das, was geht. Für Dinge, die nicht funktionieren, wenden wir weniger Energie auf. Vorschläge erscheinen plötzlich in einem anderen Licht. Wir verstehen sie nicht mehr als Unterterminierung der eigenen Macht, sondern als Verstärkung der eigenen Wirksamkeit. Es gefällt uns zunehmend, mit dieser neuen Einstellung zu spielen. Wir eröffnen uns unbekannte Gestaltungsräume.

 


 
 
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