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Chronischer Stress in Schweizer Unternehmen

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Stete Überlastung verursacht weit mehr Erkrankungen als allgemein bekannt. Das berichten zwei Schweizer Forscher – und fordern in der "Sonntagszeitung" Gegenmassnahmen

Punktueller akuter Stress beflügelt zwar, und manche können es trotz grosser Arbeitslast locker angehen. Doch wer sich ständig überlastet fühle, riskiere, in Gehirn und Körper grossen Schaden anzurichten. Das schreiben zwei Schweizer Wissenschaftler, der Basler Neuro­biologe Hans Rudolf Olpe und der Zürcher Psychiater Erich Seifritz, in ihrem neuen Buch "Bis er uns umbringt?".

"Chronischer Stress ist längst nicht nur ein psychologisches Phänomen, sondern setzt im Gehirn eine biochemische Kaskade in Gang", sagt Seifritz, Direktor und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Stete Überlastung sei eng verknüpft mit psychischen Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen und dem Burn-out-Syndrom. "Durch die ­Erforschung der physiologischen Veränderungen im Gehirn versuchen wir, innovative Präventions- und Therapieansätze zu finden."

Stress ist allgegenwärtig. Trotzdem sei sich die Gesellschaft der weitreichenden Konsequenzen von chronischem Stress nicht bewusst, auch viele Ärzte nicht, sagt Neurobiologe Olpe. "Unser Buch zeigt, dass es sehr viel mehr Sinn machen würde, den Stress anzugehen, anstatt später Folgeerkrankungen zu behandeln."

Wie genau, das erklären die beiden Autoren in einer für Laien verständlichen Sprache. Bei akutem Stressbefiehlt das Gehirn die Freisetzung der Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol aus der Nebenniere. Diese Botenstoffe lassen Herzschlag und Blutdruck ansteigen. Die Konzentration des Blutzuckers, des Brennstoffs für Gehirn und Muskeln, steigt. Dies wiederum führt akut zu einer Leistungssteigerung des Gehirns.

Verheerende Folgen von chronischem Stress

Ganz anders sieht es beim chronischen Stressaus. Die Kortisolwerte im Blut sind nun permanent erhöht – mit verheerenden Folgen, denn damit kehrt die Wirkung im Gehirn ins Gegenteil: Nervenzellen verkümmern und bauen ihre Verbindungen untereinander ab. Insbesondere die Gedächtnisleistung und die Emotionskontrolle sind beeinträchtigt.

Doch damit nicht genug: Über das Immunsystem kommt es zu schwachen, aber chronisch verlaufenden Entzündungsreaktionen an den Wänden der Blutgefässe im ganzen Körper. Die Entzündungen verursachen Ablagerungen an den Arterienwänden – die sogenannte Arteriosklerose.

Dafür soll nicht allein ein ­hoher Cholesterinspiegel verantwortlich sein, wie US-Forscher bereits 2002 berichteten – und damit eine gängige These auf den Kopf stellten. Demnach findet die Cholesterin-Einla­gerung in die Gefässwände erst nach einer Entzündungsreaktion statt. Dies erkläre, warum Medika­mente zur Cholesterinsenkung auch Menschen ohne hohe Cholesterinwerte vor Herz-Kreislauf-Leiden schützten. Die sogenannten Statine wirken nämlich auch entzündungshemmend.

Hohe Kortisolwerte kurbeln ausserdem die Produktion von Bauchfett an. Und dieses trage zu den Entzündungsprozessen bei, wie Olpe und Seifritz schreiben. Je mehr Bauchfett, desto mehr Entzündungsstoffe. Auch indirekt fördert Stress das Körpergewicht: Wer chronisch gestresst ist, schläft weniger, und wer weniger schläft, isst mehr – das belegen über 30 Studien am Menschen. Etwas Bewegung könnte dagegenwirken – doch auch die kommt im Stress zu kurz.

Stress-ein problem vor allem am unteren Ende der Karriereleiter

Betroffen von Stress sind laut Olpe und Seifritz vor allem Menschen am unteren Ende der Karriereleiter. Auch Depressionen und Burn-out-Syndrome seien auf den unteren Kaderstufen viel häufiger anzutreffen als auf den oberen. Wer viel Verantwortung trage, aber nur wenig Anerkennung für seine Arbeit erhalte und selber keine eigenen Entscheidungen treffen könne, sei viel häufiger gestresst. Unterforderung und Langeweile könnten den Stress verstärken. Umgekehrt müsse man an der Spitze zwar viel arbeiten, sagt Seifritz. "Doch eine vielseitige und spannende Aufgabe, Entscheidungsfreiheiten sowie eine entsprechende Wertschätzung und Entlohnung – dies alles schützt vor Stress."

"Stressprävention könnte die explodierenden Gesundheitskosten eindämmen", sagt Hans Rudolf Olpe. "Doch dafür müsste man ihr viel mehr Platz einräumen – in der Schule, in der Elternbildung und im Medizinstudium."
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Gast Dienstag, 29 November 2022