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Erschöpfte Mütter

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Nicht nur am Muttertag sei dieser Gedanke mal erlaubt: Die Doppelbelastung wird häufig immer noch unterschätzt. Irgendwann geht es einfach nicht mehr weiter. Wenn die Anforderungen von Haushalt, Job und Kindern zu gross und Mütter kraftlos und krank werden, brauchen Sie direkte und schnelle Hilfe.

Manchmal geht das schleichend vor sich, doch gerade bei engagierten, perfektionistischen Frauen gibt der Körper oft auch mit aus heiterem Himmel auftretenden Beschwerden das Signal: Bis hierher und nicht weiter! Nicht umsonst hat sich der moderne Begriff "Familienmanagerin" etabliert, denn die Aufgaben einer (berufstätigen) Mutter sind genauso komplex und der Zeitdruck, unter dem sie steht, ist genauso hoch wie in einer Führungsposition.

Im Deutschen Magazin "Urbia" hat die Autorin Maja Roedenbeck das Protokoll einer Mutter aufgezeichnet, die an diesem Punkt in ihrem Leben angekommen war:

Erst 32 Jahre alt und schon am Ziel ihrer Träume, so hätte sich Sonja Homberg bis vor gar nicht allzu langer Zeit noch gut gelaunt beschrieben. Mutter von zwei Töchtern im Kindergartenalter, intakte Ehe, selbständige Grafikerin, tolle Altbauwohnung in ihrer Wahlheimat und bis auf Kleinigkeiten zufrieden mit ihrem Leben. Über Frauen, die sich wegen Alltagsstress, Kopfschmerzen oder seelischer Unausgeglichenheit beklagten, lächelte sie. "Ich war der Typ Mensch, der nicht an Diagnosen wie Panikattacke, Burn-out oder psychosomatische Beschwerden glaubt. Jeder hat Stress, dachte ich, und ganz sicher jede berufstätige Mutter. Aber wo kommen wir denn da hin, wenn plötzlich jede von uns meint, sie bräuchte dringend eine Kur und Zeit für den Yogakurs, nur weil die Kinder sich ständig streiten und Chef oder Kunden kein Verständnis für das Kind-Karriere-Dilemma haben?", erklärt Sonja ihre damalige Lebenseinstellung.

Herzrasen und ein tauber Arm

Dementsprechend überraschend kam eines Nachts das "Bis hierher und nicht weiter!"-Kommando ihres Körpers: Todmüde wie immer um 23 Uhr lag Sonja im Bett, nur dass sie diesmal nicht umgehend in den dringend nötigen Tiefschlaf fiel. Ihr Herz klopfte so komisch. Rasend schnell und im ganzen Körper. Es brannte irgendwie innerlich und verkrampfte sich ein ums andere Mal. Sonjas Oberschenkelmuskeln begannen, unkontrolliert zu zucken. Ihr wurde schwindelig, übel und kalt. "Mein einziger Gedanke war: Ich muss morgen früh unbedingt wieder fit sein, unbedingt! Die Kinder müssen in den Kindergarten und danach zum Ballett und die Flyer für das Musiktheater müssen fertig werden!", erinnert sich Sonja. In solchen Momenten fühlte sie sich oft einsam und überfordert und fragte sich: "Wie soll ich das alles jetzt wieder alleine schaffen?", erzählt die 32jährige, "„Aber normalerweise verging dieses Gefühl nach ein paar Stunden, ich riss mich zusammen und übernahm wieder die Regie in meinem perfekt durchorganisierten Alltag." Diesmal nicht. In dieser Nacht lag Sonja noch lange wach und lauschte verängstigt auf das seltsame, unbekannte Theater, das ihr Körper aufführte, um ihr zu zeigen, dass sein Akku leer war. Am nächsten Morgen waren Herzrasen und -krämpfe sowie Muskelzucken, Schwindel und Schüttelfrost immer noch da. Und dazu ein tauber, nicht mehr einsatzfähiger linker Arm sowie eine taube linke Wange.

Keine Einbildung

In der Notaufnahme machte der Arut Übungen mit ihrem linken Arm. Dann sagte er: "„Alles in Ordnung. Das ist der Stress. Sie können nach Hause gehen." Sonja konnte es nicht fassen. Stress? Sie hatte doch keinen Stress! Jedenfalls keinen Stress, den sie nicht schon seit fünf Jahren gehabt hätte, seit der Geburt ihrer Großen. Warum sollte der ganz normale Stress einer ganz normalen berufstätigen Mutter, mit dem sie immer gut klar gekommen war, sie jetzt plötzlich krank machen? Und wie konnte der Stress den Muskeln und Nerven ihres linken Armes befehlen, sich totzustellen – das war doch absurd! Sonja ging zum Hausarzt. Er ordnete Blutlabor, 24-Std-Blutdruckmessung, 24-Stunden-EKG, Belastungs-EKG sowie neurologische Untersuchungen an. Es fielen die Begriffe Panikattacke, Burnout und psychosomatische Beschwerden. Genau die Begriffe, an die sie nicht glaubte. Wenigstens eine Sache sagte am Ende der Hausarzt, die Sonja beruhigte: "Sie bilden sich das nicht nur ein. Dass Sie Herzrasen und einen Druck auf der Brust spüren, ist kein Wunder. Sie haben am Tag über lange Strecken hinweg einen Puls von 140. Aber das hat eben keine organische Ursache, sondern es ist eine Reaktion Ihres Körpers auf Ihre Lebensweise."

Mich endlich trauen, Schwäche zu zeigen

"Nun stand ich da mit dieser Diagnose", resümiert Sonja, "„und konnte mich entweder weiterhin weigern, mir einzugestehen, dass ich eben doch nicht so perfekt war wie ich geglaubt hatte und dass ich etwas an meinem Leben ändern musste, oder ich konnte mich endlich mal trauen, Schwäche zu zeigen, mir selbst, aber auch meinem Mann und meinen Kindern gegenüber."

Heute würde sie schneller und selbstverständlicher Hilfe holen und damit die Negativ-Spirale frühzeitig unterbrechen.

 

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Gast Dienstag, 29 November 2022