Individuelle Beratung und Begleitung von Menschen durch individuelle, bedürfnisgerechte und
modular konzipierte Angebote für eine nachhaltige psychische wie auch physische Stabilität.

Vorschau

SQS-Schulung

Vertiefungsseminar Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) im Kontext zur ISO 45001:2018

Buchen Sie ein in-house Seminar. Referentin: M.Th. Hofmann      

Anmeldung bei der SQS oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

  

 wie geht es dir

Kooperation BGM Forum Schweiz / Pro Mente Sana: Broschüre als PDF

 

Interview zu Health Leadership von
Ruedi Josuran mit Hanspeter Latour

 

 

  

Das neue Buch von Ruedi Josuran von BGM Forum Schweiz:
Hier bestellen

 

Mit Selbstmitgefühl Stress begegnen

Veröffentlicht von am
  • Schriftgröße: Größer Kleiner
  • 0 Kommentare

b2ap3_thumbnail_shutterstock_122029678-500x386.jpg

Selbstmitgefühl als Rezept gegen belastenden Stress ? Wenn wir uns selbst mit mehr ­Mitgefühl begegnen, so ­sagen Psychologen, sind wir vor destruktiven Gedanken geschützt, können besser Stress begegnen und sind glücklicher im Leben.

Haben Sie heute schon an sich selbst gezweifelt? Haben Sie Angst, nicht mithalten zu können und nie gut genug zu sein? Oder anders gefragt: Was tun Sie, wenn jemand anders leidet, ein Kind krank ist oder jemand glaubt, nicht zu genügen? Was sagen Sie und in welchem Ton und mit welcher Körperhaltung? 

"Der Landbote" stellt Fragen und sucht in einem interessanten Beitrag Antworten. 

Wenn etwas schief läuft und die Wellen des Lebens hochschlagen, neigen wir zu allem Übel meist noch dazu, uns selbst zu verurteilen. Oder wir schämen uns und sind enttäuscht, kreisen dann richtig um unsere Leidens­geschichte. Nächtliches Grübeln, Sich-Vorwürfe-Machen oder ein innerer Refrain «Das kann auch nur mir passieren» oder "Ich bin nicht gut genug" plagen uns. Diese Gedankenspiralen und kritisierenden Selbstgespräche ziehen uns weiter runter. Das Leid wird dann grösser und nicht wie erhofft kleiner.

Eine Antwort auf Schmerz

Was uns vor dem Absturz in die Negativspirale schützen kann, ist Mitgefühl, Freundlichkeit und Verständnis, und zwar für uns selbst. "Selbstmitgefühl ist die natürlichste Antwort von uns Menschen auf Schmerz, Leid und Stress", sagt Christine Brähler, Psychotherapeutin in München und eine der führenden Expertinnen für Selbstmitgefühl. "Selbstmitgefühl ist die Fähigkeit zu erkennen, dass man gerade eine leidvolle Erfahrung gemacht hat, sich das spüren zu lassen und sich dabei selbst liebevoll zu umsorgen – auf mentale, emotionale, körperliche Weise oder durch ein bestimmtes Verhalten." Wer sich selbst Mitgefühl entgegenbringt, kümmert sich dann um sich selbst, wie er oder sie es üblicherweise für andere tut.

Dabei geht es nicht ums Jammern oder Klagen, es ist damit auch etwas anderes gemeint als Selbstmitleid. Wir bemitleiden uns nicht, Schwierigkeiten werden auch nicht schöngeredet. Wir geben uns vielmehr die Erlaubnis, das zu fühlen, was vorhanden ist, anstatt uns zu verurteilen. Wir verleugnen nichts, kämpfen auch nicht, sondern nehmen uns mit allen Stärken und Schwächen an. Wir hören auf, gegen schwierige Si­tua­tio­nen zu kämpfen. Viele Menschen hingegen tun genau dies, weil sie denken, "hart" sein zu müssen. Sie halten Selbstkritik sogar für einen guten Motivator.

Gerade Männer stehen bei dem Thema vor einer grösseren Herausforderung als Frauen, da sie sich weniger um sich selbst kümmern als ihre weiblichen Art­genossen. "Sie übergehen damit wichtige Schritte der Emotionsregulation und Erholung", erklärt Christine Brähler. "Und wenn jemand Anspannung mit Sport bekämpfen will, anstatt seinen Körper und Geist damit fürsorglich zu unterstützen, wird den Zweck verfehlen. Denn die Motivation, die hinter unserem Handeln liegt, entscheidet, welche emotionalen und körperlichen Auswirkungen diese Aktivität auf uns hat."

Schutz vor Burnout

Selbstmitgefühl ist auch etwas anderes als Selbstwert. Dieser beruht eher auf einer Anerkennung von aussen, wohingegen Selbstmitgefühl die Menschen von ­innen heraus ermutigt und motiviert. "Es erlaubt uns, unsere Schwächen einzugestehen und im Einklang mit unseren Werten unser Potenzial zu entfalten", sagt die Fachfrau.

Selbstmitgefühl wird intensiv ­erforscht. Studienergebnisse der Forscherin Kristin Neff an der University of Texas zeigen: Selbstmitgefühl steigert die emotionale Widerstandskraft und das Wohlbefinden, lindert Ängste und Depressionen. Der Weg zu einem ­gesünderen Lebensstil wird ge­ebnet. Man fand heraus, dass selbstmitfühlende Menschen weniger grübeln, Gedanken seltener unterdrücken und mit belastenden Gefühlen, Schwächen und Misserfolgen konstruktiver umgehen. 

Wer sich in achtsamem Selbstmitgefühl schult, scheint besser gegen Burn-out geschützt zu sein als andere. Und – dies ist ebenso ein überraschendes Ergebnis aus der neusten Forschung – im Gegensatz zu Empathie ermöglicht Mitgefühl, dass man sich dem Leid anderer zuwenden kann, ohne darin unterzugehen. "Gerade im Gesundheitswesen ist dies ein wichtiger Aspekt", so Brähler. Wissenschaftliche Ergebnisse, unter anderen von der Neurowissenschaftlerin und Empathie-Expertin Tania Singer am Max-Planck-In­sti­tut in Leipzig, weisen dar­auf hin, dass eine ­achtsame und wohlwollende Haltung Menschen in helfenden Berufen effektiver macht und gegen Burn-out schützen kann. Man fand gar heraus, dass beim Mitgefühl andere Hirnareale aktiviert werden als bei dem Gefühl von Empathie.

 

Bewerte diesen Beitrag:
3

Kommentare

  • Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!

Kommentar hinterlassen

Gast Dienstag, 29 November 2022