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Tägliche Falle "Ablenkung"

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Es geht frühmorgens los: Die ersten E-Mails treffen ein. Auf der Facebook-Timeline macht ein witziges Video die Runde. Auf Twitter diskutiert die Netzwelt die Nachrichten. Das Smartphone vibriert, und ein Kollege schneit mit einer "kurzen Frage"» herein. Überall lauern Ablenkungen. Unser Gehirn ist damit überfordert, schreibt Boris Hänssler in seinem Beitrag in der "NZZ am Sonntag".

 

"Das Gehirn hat eine begrenzte Verarbeitungskapazität", sagt Christian Ruff, Neuropsychologe an der Universität Zürich. Das liegt an einer Art Filter, der sich im lateralen präfrontalen Kortex befindet, dem stirnseitigen Bereich des Gehirns. Dort werden alle Eindrücke, die wir über unsere Sinnesorgane wahrnehmen, verarbeitet. Das Gehirn filtert, indem es nur wichtige Informationen weiterverarbeitet und mit dem Langzeitgedächtnis verknüpft. Stress entsteht, wenn es nicht länger unterscheiden kann, welche Informationen wichtig sind und welche nicht.

Unterbrechungen aufspüren

Das ist vor allem am Computer der Fall. "Beim Velofahren können wir problemlos ein Gedicht aufsagen, weil motorische und verbale Aktivitäten in verschiedenen Gehirnarealen verarbeitet werden – und weil Velofahren so automatisiert abläuft, dass wir darüber nicht nachdenken", erklärt Ruff. Problematisch sei es, wenn mehrere neuartige Reize dieselben Sinne ansprächen, wie bei der Arbeit am Computer. 2012 ergab eine Untersuchung der Informatikerin Gloria Mark von der Universität Kalifornien, dass Arbeitnehmer sich durchschnittlich nur drei Minuten am Stück mit einer Aufgabe beschäftigen, ehe sie durch digitale Informationen oder Kollegen unterbrochen werden.

Wir sind der Informationsflut allerdings nicht schutzlos ausgeliefert. Thomas Rigotti, der als Psychologe an der Johannes-Gutenberg-Universiät in Mainz die Folgen von Ablenkungen am Arbeitsplatz erforscht, erklärt, wie sie sich meiden lassen: "Zunächst einmal ist es hilfreich, im Laufe des Tages die einzelnen Unterbrechungen aufzuspüren: Wann tritt die Unterbrechung auf und wo? Gibt es Phasen mit besonders häufigen Unterbrechungen? Wer oder was hat einen wie oft unterbrochen?"

Im nächsten Schritt gehe es darum, die Dringlichkeit der Ablenkungen realistisch zu bewerten. "Am besten fragen Sie sich immer, ob der Aufwand – zum Beispiel die sofortige Beantwortung einer E-Mail – die Unterbrechung einer Arbeit rechtfertigt", sagt Rigotti. Die Menschen brauchen in der Regel wesentlich länger, wenn sie zwischen mehreren Aufgaben hin und her wechseln. Da man bei den meisten Unterbrechungen nicht dringend handeln muss, sollte man sich eine kurze Notiz machen. So ist man nicht gezwungen, an die anstehende Aufgabe zu denken, und kann die unterbrochene Arbeit schneller wieder aufnehmen.

E-Mails Checken als Sucht

Hartnäckige Gewohnheiten – etwa den Zwang, ständig E-Mails zu checken – lassen sich nicht so einfach abstellen. Sie ähneln einer Sucht. "Das schnelle Abrufen von neuen Informationen aktiviert das Belohnungssystem des Gehirns", erklärt Christian Ruff. "Auf Dauer kann dies Gewohnheitseffekte auslösen, wie sie bei Suchtkranken zu beobachten sind" Leute, die sich mit solchen Zwängen quälen, sollten sich für den E-Mail-Check und andere Online-Aktivitäten eine bestimmte Tageszeit reservieren. Fällt auch das schwer, helfen Programme, die Websites für einen festgelegten Zeitraum sperren, zum Beispiel die Chrome-Erweiterung "StayFocused" oder "LeechBlock"» für Firefox. Die Software "Freedom" für Mac- und Windows-Rechner blockiert sogar zeitweise das komplette Internet.

 

 

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Kommentare

  • Gast
    Marianne Bossert Montag, 29 Dezember 2014

    Tolle und mutige Initiative. Danke Ruedi Josuran. Das Buch "Mittendrin und nicht dabei" hat mir damals während meiner Erschöpfungsdepression sehr geholfen. Ich wünsche viel Erfolg!

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Gast Dienstag, 29 November 2022